statische Website oder CMS

Statische Website oder CMS?

Wenn eine neuer Webauftritt geplant wird oder eine bestehende Website komplett überarbeitet werden soll, gilt es einige Entscheidungen zu treffen. Dies betrifft kleine und mittlere Unternehmen, Einzelunternehmer, Vereine und ähnliche.

Eine Entscheidung die zu treffen ist: Soll der Webauftritt als statische Website oder über ein Content Management System (CMS) realisiert werden?


Statische Website

Begriffserklärung – Statische Website

Bei der statischen Website wird vom Webdesigner das Design und der Inhalt festgelegt und die Website, also alle (Unter-) Seiten, als fertige HTML-Seiten erstellt. Dies macht er in der Regel mit einem Editor, der den fertigen Quellcode der einzelnen Unterseiten erstellt und abspeichert. Anschließend werden die erstellten HTML-Seiten mit einem Upload-Programm auf den Webspace hochgeladen.

Eine statische Website macht nur dann Sinn wenn, der Webauftritt den Charakter einer Visitenkarte hat, also aus nur wenigen Unterseiten besteht und bei denen es nur in seltenen Fällen Änderungen oder Anpassungen gibt.

Vorteile – Statische Website

  • bei wenigen Unterseiten sind Aufwand und damit auch die Kosten zur Erstellung des Webauftritts überschaubar
  • Der Wartungsaufwand ist gering, da der Webdesigner nur bei Änderungen am Inhalt die jeweilige Unterseite anpasst und dann neu auf den Webspace hochlädt. Gibt es monatelang keine Änderungen, entstehen (ausser den Kosten für den Betrieb der Website) keine weiteren Kosten.

Nachteile – Statische Website:

  • Änderungen sind aufwändig. Für Änderungen am Inhalt oder am Design sind Webdesign-Kenntnisse und bestimmte Programme zum Ändern der Inhalte und zum Hochladen der geänderten Seiten nötig. Hat im Unternehmen niemand entsprechende Kenntnisse, muss man dafür eine externe Agentur oder einen Webdesigner beauftragen. Abgesehen von den Kosten kann es, je nach Auslastung der Agentur eine gewisse Zeit dauern bis die gewünschten Änderungen Online sind.
  • eine statische Seite bei der sich (wenn überhaupt) nur alle paar Monate ein paar Details ändern sind bei Suchmaschinen nicht sehr beliebt und werden nicht gut gerankt.

Content Management System (CMS)

Begriffserklärung – Content Management System (CMS)

Mit einem Content Management System (CMS) kann man seinen Webauftritt auch ohne Webdesign-Kenntnisse pflegen.

Bei einem Content-Management System wird auf dem Webspace eine Software (das CMS) installiert und eine Datenbank angelegt. Mithilfe dieser Software werden Design und Inhalt festgelegt und angepasst. Das Design wird zentral für alle Unterseiten festgelegt. Änderungen am Design sind relativ einfach durchzuführen und wirken dann auf alle Unterseiten. Die Inhalte werden auch im CMS bearbeitet und beim Speichern automatisch vom CMS in der Datenbank gespeichert.

Wird von einem Besucher eine (Unter-)Seite aufgerufen, dann erstellt das CMS aus den Design-Vorgaben und den Inhalten aus der Datenbank die entsprechende Seite in HTML und liefert sie an den Browser aus. Dieser Vorgang dauert etwas länger als bei der statischen Website, bei der die einzelnen Seiten bereits fertig auf dem Webspace liegen.

Durch eine Benutzerverwaltung können beim CMS mehrere Leute (auch gleichzeitig) an der Website arbeiten und je nach erteilter Berechtigung nur auf bestimmte Funktionen, z.B. die Inhalte verändern, das Design anpassen, zugreifen
Je nach CMS ist es auch möglich eine Freigabe nur für bestimmte Bereiche der Website (z.B. nur für die Unterseiten im Bereich “Über uns”) zu ermöglichen.

Content Management Systeme gibt es viele. Am weitesten verbreitet (und kostenlos) sind WordPress, Typo3, Joomla, Drupal.

Vorteile – CMS

  • geeignet für große Webauftritte, auch mit mehreren tausend Unterseiten
  • Änderungen am Inhalt sind leicht möglich, dies ist gut für SEO, denn Suchmaschinen lieben neue Inhalte und regelmäßige Aktualisierungen
  • Änderungen am Inhalt sind auch ohne Web-Design Kenntnisse möglich, aber einfachste Grundkenntnisse sind durchaus von Vorteil
  • Änderungen am Design sind mit relativ wenig Aufwand durchführbar und wirken dann auf alle Unterseiten
  • neue Unterseiten können schnell und einfach angelegt werden
  • zur Pflege der Inhalte wird nur ein Browser benötigt, keine weitere Software
  • Änderungen ortsunabhängig möglich, es wird nur ein internetfähiges Gerät mit Browser und Internetzugang benötigt
  • Flexibel erweiter- und ausbaubar
  • mehrere Personen (Benutzer) können gleichzeitig am Webauftritt arbeiten
  • Benutzerverwaltung – jedem Benutzer können verschieden Berechtigungen erteilt werden. Mancher kann nur Inhalte bearbeiten, andere können Inhalte und Design bearbeiten.
  • je nach CMS auch Zugriffsregelung für unterschiedliche Bereiche der Website
  • Durch die Trennung von Design und Inhalt können die Benutzerrechte so vergeben werden daß ein “Redakteur” nur Inhalte bearbeiten kann, aber nicht das Design verändern kann.
  • CMS-Software kostenlos erhältlich
  • über kostenlsoe Plugins kann der Funktionsumfang des CMS erweitert werden. So kann der Webauftritt z.B. um eine Suchfunktion, einen Online-Shop oder ein Forum erweitert werden.

Nachteile – CMS:

  • zusätzlich zum Webspace wird auch eine Datenbank benötigt. Diese ist nicht in allen Web-Hosting-verträgen dabei und kostet ggf. extra.
  • Regelmäßige Wartung ist notwendig, denn Updates von CMS und den Erweiterungen (Plugins) sollten umgehend eingespielt werden.

Auswirkung auf die Suchmaschinenoptimierung

Aus der Sicht der Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist eine statische Website nicht zu empfehlen. Denn durch den relativ hohen Aufwand für neue Inhalte wird eine statische Website wohl nur selten erweitert und aktualisiert. Es gibt Anwendungsfälle bei denen SEO keine Rolle spielt, in allen anderen (den meisten) sollte man SEO eine hohe Bedeutung zu kommen lassen und sich somit für die andere Variante, ein CMS, entscheiden.


Fazit

Für einen kleinen Webauftritt mit wenigen Seiten und kaum Änderungen am Inhalt macht eine statische Website Sinn.
Für Websites bei denen (mehrere) Mitarbeiter Inhalte einstellen und anpassen sollen oder die einen höheren Funktionsumfang bieten sollen, z.B. , Suchfunktion, einen Web-Shop, ein Forum o.ä., ist ein CMS zwingend erforderlich.

Es ist aber auch nicht sinnvoll einen kleinen Webauftritt, für den eine statische Website ausreichen würde, mit einem CMS zu realisieren. Denn ein CMS hat einen höheren Wartungsaufwand, weil regelmäßig Updates eingespielt werden müssen. Auch hat ein CMS deutlich mehr Angriffsfläche für Hacker als eine statische Website.